Edelopal - Synthesen und Imitationen
Erkennung
Da bisher der Großteil der synthetischen Opale und Imitationen durch Sedimentation der verwendeten Partikel hergestellt wird, ist das auffälligste Merkmal ein säulenförmiger Aufbau parallel zur Wachstumsrichtung. Die Ausdehnung der Säulen ist dagegen nicht von Bedeutung, sondern nur von der Wachstumsgeschwindigkeit abhängig.
Dass sich die Säulen während der Sedimentation bilden, zeigt folgendes Bild einer ungetrockneten Probe monodisperser und sedimentierter Silica-Partikel:

Um die Probe zu fotografieren, wurde das Glas bewegt und dadurch ein kleiner Teil der Partikel wieder aufgewirbelt (weißer Schleier auf der rechten Seite, Probendurchmesser 2cm).
Die Erklärung, dass gleich große Silica-Partikel lineare Ketten bilden und die unterschiedliche Farbe der Säulen durch Ketten von Partikeln unterschiedlicher Größe verursacht wird, ist demnach nicht richtig. (Zu finden in: "The Origin Of Precious Opal - A New Model" von B. Deveson).
Einige russische Opalsynthesen, die anscheinend durch Zentrifugation der Partikel präpariert werden, zeigen dieses Merkmal zwar nicht, sind aber durch ein schlierenartiges Farbspiel zu identifizieren (Proben im äußeren Kreis, Autor des Bildes: D. V. Kalinin):

Eine Beschreibung der Eigenschaften russischer Opal-Synthesen aus Novosibirsk finden Sie in dem Dokument "Synthetic Noble Opal" von A. Tomilenko.
Des Weiteren sind in synthetischen Opalen und Imitationen im Gegensatz zu vielen natürlichen Opalen keine Einschlüsse zu beobachten und das Farbspiel ist sehr regelmäßig.
Opal-Imitationen
Bei der Herstellung von Imitationen werden ausnahmslos Kunststoffe verwendet, so dass sich verglichen mit natürlichen Opalen zwangsläufig abweichende Werte für den Brechungsindex und die Dichte ergeben.
Imitationen mit kunststoffverfüllten Silica-Partikeln sind durch den großen Unterschied im Brechungsindex Partikel/Matrix nicht als Kristallopale herstellbar.
Darüber hinaus sind oftmals sehr ungewöhnliche Grundfarben vertreten, die ebenfalls ein Hinweis auf Imitationen sind.
Die noch gelegentlich anzutreffenden Imitationen, die als "Slocum-Stone" bezeichnet werden, sind problemlos mikroskopisch zu erkennen (Observations on the Slocum Stone, Gems and Gemology, Volume 15 (1977), pp. 252-256). Bereits bei makroskopischer Betrachtung ist der Unterschied in der Frontalansicht und Seitenansicht zu erkennen:

Im Zweifelsfall können Imitationen mit Hilfe der IR-Spektroskopie zerstörungsfrei und eindeutig identifiziert werden (Infrared Spectroscopy in Gem Identification, Gems & Gemology, Volume 23, Number 1 / Spring 1987).
Opal-Synthesen
Da synthetische Edelopale in ihren physikalischen Eigenschaften ihren natürlichen Vorbildern entsprechen müssen, ist eine Erkennung durch Bestimmung des Brechungsindexes und der Dichte aussichtslos.
Auch der Wassergehalt ist kein Kriterium mehr, da zwar die Gilson-Opale nahezu wasserfrei sind, andere Synthesen jedoch nachweislich Wasser enthalten.
Aber auch hier gelten die oben genannten äußerlichen Merkmale des säuligen Aufbaus und des regelmäßigen Farbspiels.
Der sogenannte "Eidechsenhauteffekt", ein herstellungsbedingtes Merkmal der Gilson-Synthesen, ist in vielen anderen synthetischen Opalen nicht erkennbar.
Eine Gegenüberstellung charakteristischer Eigenschaften von synthetischen Opalen und Imitationen mit entsprechenden Literaturhinweisen ist im Artikel "A NEW LOOK AT SYNTHETIC OPAL" von A. Smallwood zu finden.
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