Kristall / Kristallinität

Der Edelopal - röntgenamorph, aber lichtkristallin

Üblicherweise wird ein Kristall folgendermaßen definiert (Borchard-Ott, Kristallographie - Eine Einführung für Naturwissenschaftler):

"Ein Kristall ist ein anisotroper, homogener Körper, der eine dreidimensional periodische Anordnung der Bausteine besitzt."

Wird der Edelopal hinsichtlich dieser Definition betrachtet, ergeben sich folgende Aussagen:

Die Anisotropie, also Richtungsabhängigkeit einer physikalischen Eigenschaft, ist beim Edelopal allein schon durch das Farbspiel gegeben.

Ein Körper ist der Edelopal ebenfalls, denn er ist form- und volumenbeständig.

Darüber hinaus ist der Edelopal periodisch homogen mit einer dreidimensional periodischen Anordnung seiner Bausteine, hier der Silica-Kügelchen in Form der Dichtestpackung.

Es sind demnach sämtliche Voraussetzungen gegeben, den Edelopal ebenfalls als Kristall zu begreifen. Nur auf einer anderen Größenordnung.

Als Möglichkeit zur Unterscheidung von kristallinen und amorphen Festkörpern wird das Verhalten gegenüber Röntgenstrahlen herangezogen Die dreidimensional periodische Anordnung der Bausteine in Kristallen bewirkt Interferenzen der Röntgenstrahlen, amorphe Körper zeigen dieses Verhalten nicht. Die Interferenz von Röntgenstrahlen wird mit Hilfe der Bragg'schen Gleichung beschrieben.

Der Edelopal ist nach dieser Definition zwar röntgen-amorph, dennoch läßt sich das Farbspiel ebenfalls mit der Bragg'schen Gleichung erklären (mit Modifikation), er ist somit licht-kristallin. Die Anwendung der Bragg'schen Gleichung wird auf der Seite zum Farbspiel beschrieben.

Silica-Dispersion mit Farbspiel
   
 

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