Edelopal - Synthesen und Imitationen
Häufig herrscht Verwirrung, ob ein Opal als synthetisch oder als Imitation zu bezeichnen ist.
Insbesondere die Begriffe, die oft im englischen Sprachraum verwendet werden, sind nicht eindeutig.
Wie eine Synthese im Allgemeinen definiert ist, wurde von der CIBJO (Blue Books – The Gemstone Book) jedoch genau festgelegt:
4.2.3. Synthetic stones
Artificial products (5.3) having essentially the same chemical
composition, physical properties and structure as that of their
naturally occurring counterparts.
Das
heißt, dass nur Edelsteine, die die gleiche chemische Zusammensetzung,
die gleichen physikalischen Eigenschaften und die gleiche Struktur wie
ihre natürlichen Vorbilder aufweisen, als synthetisch einzustufen sind.
Alles andere sind Imitationen.
Das bedeutet für den Edelopal:
Nur Materialien, die ein Farbspiel zeigen und aus einer Dichtestpackung von Silicapartikeln aufgebaut sind und deren Porenraum ganz oder teilweise mit Silica gefüllt
ist, sind als synthetische Edelopale zu bezeichnen. Der Wassergehalt
ist hierbei unerheblich. Bei einer teilweisen Füllung des Porenraums
darf im verbleibenden Volumen nur Luft vorhanden sein, kein chemisch
andersartiges Material.
Eine klare Zuordnung anhand der Bezeichnungen, die im englischsprachigen Raum verwendet werden, ist oft nicht möglich:
"artificial opal ", "man-made opal ", "lab-created opal ", "lab-grown opal", "impregnated synthetic opal" oder auch "cultured opal" sind Hinweise auf Opal-Imitationen.
Wie
selbst Australier mit dem deutschen Begriff "Ersatz" mit Opal-Imitationen in die Irre
geführt werden, können Sie in der Diskussion im Forum von Opalauctions
verfolgen:
http://forums.opalauctions.com/viewtopic.php?f=7&t=802
Dass
die Unterscheidung Synthese/Imitation in Australien diskutiert wurde
und eine vorsätzliche Täuschung ernsthafte Konsequenzen hat, können Sie
in dem Artikel "Synthetic Opals Are Not Imitations, Naturally" von Victoria Gomelsky nachlesen (erschienen 2001 im "National Jeweller", pdf-Version des Artikels)
Die
Problematik der Unterscheidung und Definition von Opal-Synthesen und Opal-Imitationen hat ebenfalls in den USA
für Aufsehen gesorgt. Dazu gab es einen öffentlichen Artikel des nun
nicht mehr produzierten "Colored Stone Magazine" mit dem Titel "Lawsuits Ignite Furor Over Created Opal" (externer Link) von Suzanne Wade. Die selbe Autorin hat zu diesem Thema eine Fortsetzung "Synthetic or Simulant?" erstellt.
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